Tongariro Crossing: HIKE BABY HIKE

August 23, 2016

 

Tongariro CrossingIn meinem letzten Blog habe ich euch ja bereits erzählt, dass ich drei Wochen durch Neuseeland gereist bin und da echt coole Sachen gemacht habe. Das beeindruckendste Erlebnis war das - eine circa 20 km lange Wanderung in der Nähe von Taupo, dem südlichen Zipfel der Nordinsel. Das Tongariro Crossing gehört zu einem der beliebtesten Wandertrails Neuseelands. Er ist an schönen Tagen mit bis zu 700 Touristen entsprechend frequentiert. Alle wollen den Gipfel besteigen. Das wollte ich natürlich auch, auch wenn ich nicht so eine typische Hikerin bin. Ich wohne in der Nähe von Düsseldorf, da haben wir keine Berge.

 

Warum ist dieser Wandertrail so besonders und lockt so viele Touristen an? Das liegt nicht nur an der wunderschönen Landschaft und traumhaften Ausblicken, sondern auch daran, dass viele der Krater, die man auf dem Weg passiert, immer noch aktiv sind und der Trail dadurch sehr abwechslungsreich ist. Eine echt coole Sache und nicht umsonst einer von neun Great Walks in Neuseeland. 

 An dem besagten Tag ging’s schon früh los. Um 5 Uhr morgens holte uns der Bus vom Hostel ab und brachte uns zum Parkplatz des Tongariro National Parks. Da wir die Tour so früh gestartet sind, waren wir fast alleine auf dem Trail, was ich super angenehm fand.

 

Ich war jedoch nicht allein unterwegs, sondern ein anderes, deutsches Mädchen begleitete mich. Ohne sie hätte ich den Anstieg wahrscheinlich nicht geschafft - Danke nochmal dafür, Alina! Auch geführte Wandertouren sind natürlich möglich, doch Alina und ich probierten es auf eigene Faust...mit Erfolg.

Die Strecke war in mehrere Etappen eingeteilt. Die erste war einfach, die zweite schon schwieriger. Gefühlt bestand sie aus einer Million Stufen, die mir die Beine echt schwer werden ließen. Auf Englisch wird die Etappe übrigens „Devil’s Staircase“ genannt - echt passend, finde ich. Nach zwei Stunden hatte ich die erste Anhöhe erreicht; weitere fünf Stunden lagen noch vor mir. Schluck.

 

 

 

Ich wurde immer wieder mit grandiosen Ausblicken belohnt, welche die Anstrengungen klein und unbedeutend erschienen ließen. Das Wetter war wunderbar, alles passte. Als ich dann endlich oben auf dem Gipfel stand - höchster Punkt: 1886m, war ich sprachlos. Das lag nicht nur daran, dass ich vollkommen außer Atem war: So etwas Schönes hatte ich noch nie gesehen.

 

Ich bin normalerweise sehr gesprächig und kann nie meine Klappe halten. Aber jetzt wurde ich ganz still; konnte mich einfach nicht sattsehen. Das Herz ging mir auf. Diesen unglaublich beeindruckenden Anblick werde ich so schnell nicht wieder vergessen. Was ich sah, glich einer Mondlandschaft mit riesigen Felsbrocken und großen tiefblauen und türkisfarbigen Schwefelseen. 

Nach kurzer Pause ging´s dann auch gleich wieder bergab. Nach insgesamt acht Stunden und circa 1000 überwundenen Höhenmetern, hatte ich es geschafft und war unten angekommen. Der Bus auf dem Parkplatz fuhr mich zurück ins Hostel. Als ich meine Blasen an den Füßen verarztet hatte und anschließend mit Alina bei Bier und Burger zusammensaß, dachte ich darüber nach, dass ich meine Einstellung zum Wandern grundlegend ändern würde. Jetzt verstehe ich endlich, was Menschen am Wandern lieben. Und es ist gar nicht spießig, wie ich immer dachte!

 

Es ist das Gefühl, sich vollkommen frei zu fühlen, auf einem Gipfel zu stehen, stolz auf sich zu sein und darauf, was man da gerade körperlich geleistet hat. Diese wunderbare Natur und Landschaft zu genießen, ist schon einzigartig. 

 

 Ehrlich, das war für mich, mit meinen 18 Jahren, schon eine einschneidende Erfahrung. Es hatte etwas, das ich kaum in die richtigen Worte quetschen kann. Oder vielleicht gibt es keine dafür? Vielleicht werde ich, wenn ich wieder in Deutschland bin, in Bayern bei meinem Vater auch mal ein paar Berge besteigen, nur um wieder am Gipfel zu stehen und dieses Gefühl wieder zu erleben. Ich glaube, das macht süchtig. 

 

Infos zum Tongariro Crossing findet Ihr unter: http://www.tongarirocrossing.org.nz

 

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© 2016 by LuckmannPR, Ulrike Luckmann, Munich, Germany

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