Wanderurlaub planen und vorbereiten

March 4, 2018

2017 war ich zum ersten Mal alleine im Urlaub. In den Jahren zuvor gab es immer mindestens eine Person, die mit mir gemeinsam plante und vorbereitete, an Dinge dachte, die ich selbst vielleicht vergessen hätte: Partner, Familie, Freunde. Letztes Jahr im August war ich dann erstmalig auf mich selbst gestellt – und neun Tage lang mit mir alleine unterwegs im Wanderurlaub. Eine ganz neue Herausforderung.

Problem Nr. 1: Wo will ich eigentlich hin? Die Welt ist groß – und meine „Places-to-see-Liste“ quasi endlos.

 

Problem Nr. 2: Was will ich da, wo ich Urlaub mache, überhaupt tun? Klar: wandern und laufen. Am Meer oder in den Bergen? Berge! Und die müssen mindestens 2000 Meter hoch, aber ohne Klettersteige erreichbar sein. Meine Höhenangst, ihr wisst schon 😊

 

Problem Nr. 3: Wie komme ich an meinen Urlaubsort? Ohne Auto. Ich brauche also einen Bahnhof oder eine gute Busanbindung. Oder freundliche Vermieter mit fahrbarem Untersatz, aber das möchte ich eigentlich vermeiden.

 

Problem Nr. 4: Wie bin ich am Urlaubsort mobil? Am liebsten zu Fuß. Ein Wanderbus wäre praktisch. Aber am liebsten möchte ich auf niemanden angewiesen sein, sondern jeden Morgen auf meine Touren starten, wann immer ich Lust habe. Im Zug könnte ich mein Mountainbike oder meinen Klapptretroller mitnehmen, um mobiler zu sein.

Problem Nr. 5: Verpflege ich mich selbst oder gönne ich mir eine Halb- oder Vollpension? Ich bevorzuge Selbstverpflegung. Da ich nicht jeden Tag Tütensuppe oder Nudeln mit Soße vom Gaskocher essen möchte, brauche ich eine Herdplatte und im Optimalfall einen Kühlschrank. Und einen fußläufigen Supermarkt.

 

Was suche ich also? Ein Appartement für eine Person mit Küche in einem Ort mit Bahnhof oder Busanbindung und Supermarkt, umgeben von 2000er Bergen, deren Wanderwege fußläufig sind. Mit diesen Kriterien öffne ich, völlig planlos, welcher Ort es nun eigentlich werden soll, meine Suchmaschine. „Wandern, Alpen“ gebe ich ein, klicke mich durch unzählige Tourenbeschreibungen. Am Ende bleibe ich bei Bad Gastein hängen. Auf der Homepage des Ortes stelle ich fest, dass es dort nebeneinander Dorfgastein, Bad Hofgastein, Bad Gastein und Sportgastein gibt. Bad Hofgastein liegt genau in der Mitte, umgeben von vielen Bergspitzen, alle fußläufig. Damit ist meine Entscheidung gefallen.

Bei der Suche nach einer Unterkunft stelle ich fest, dass Alleinreisende scheinbar eine Seltenheit sind, finde aber zwei Einzelappartements mit Küche – eins davon wird mein späterer Ausgangspunkt des knapp zweiwöchigen Wanderurlaubs.

 

Mein nächster Weg führt mich in den Buchhandel. Ich brauche Kartenmaterial, Maßstab mindestens 1:35.000. Aus mehreren Blicken in die Outdoorkarte von Bad Gastein wird eine längere Liste mit verschiedensten Bergen – meine „Urlaubs-To-Do-Liste“. Im Internet finde ich einen Stadtplan von Bad Hofgastein und den Busfahrplan mit allen Haltestellen. Meine Zugverbindung buche ich so, dass ich noch am Tag meiner Ankunft den Supermarkteinkauf erledigen und einen Rundgang durch Bad Hofgastein machen kann – um am nächsten Tag direkt morgens auf die erste Tour starten zu können.

In diesem Jahr habe ich es anders gemacht: Ich habe mir unzählige Karten von Orten besorgt, die ich mir als Ziel vorstellen kann. Karten kann man lesen wie Bücher, die sind unheimlich spannend. Und wieder habe ich einen Ort gefunden, mit Einzelappartement, Busanbindung, Supermarkt – und umgeben von Bergen; meinen ersten 3000ern: Prägraten am Großvenediger. Ich kann es kaum erwarten. 

 

 

 

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